Vom spanischen Gold & der Zucht von Basilisken

Das will ich euch nicht vorenthalten: während Theophius sonst sehr gute Anleitungen liefert, hier dürfte er eher dem hörensagen erlegen sein:

Theophilus Presp., 3. Buch

CAPITEL XLYIII.
Von dem Spanischen Gold.

Es giebt auch ein Gold, welches das Spanische genannt
wird und aus Rothkupfer, dem Pulver des Basilisken, Men-
schenblut und Essig zusammengesetzt wird. Die Heidenvölker,
deren Erfahrenheit in dieser Kunst anzuerkennen ist, ver-
schaffen sich die Basilisken auf folgende Art: sie haben unter
der Erde ein Haus, welches oben und unten und auf allen
Seiten von Stein ist, mit zwei Fensterchen, derart klein, dass
kaum etwas Licht durch sie hineinscheine. Darein bringen
sie zwei alte Hähne von zwölf oder fünfzehn Jahren, die
sie jnit Nahrung genügend versehen. Wenn diese fett ge-
worden, begatten sie sich in Folge der Hitze ihres Fettes
und legen Eier. Sind dieselben gelegt, so beseitigen sie die
Hähne und lassen Kröten hinein, welche die Eier wärmen
sollen und Brot als Futter bekommen. Sobald die Eier aus-
gebrütet sind, kommen männliche Junge heraus gleich jungen
Hühnchen, denen nach sieben Tagen Drachenschwänze wachsen
und welche augenblicklich, wäre das Haus nicht mit Steinen
gepflastert, sich in den Boden vergraben würden. Dies zu ver-
hüten, haben Jene, welche sie zu meistern wissen, runde Ge-
fässe aus Erz von grosser Weite, allerorts durchlöchert, deren
Mündungen enge seien. In diese setzen sie die Jungen, ver-
schliessen die Oeffnungen mit Vorrichtungen aus Kupfer und
vergraben sie in die Erde. Sie nähren sich durch sechs Monate
von der feinen Erde, welche durch die Oeffnungen eindringt.
Nach diesem öffnet man und stellt sie über ein starkes Feuer,
bis die Thiere inwendig ganz verbrannt sind. Ist das gethan,
so giebt man sie nach dem Erkalten heraus, zerreibt sie sorg-
fältig, wobei ein Dritttheil vom Blute eines Rothhaarigen bei-
gemischt wird, welches Blut aber ausgetrocknet und gerieben
sei. Diese beiden Bestandtheile werden in einem reinen Gefässe
mit scharfem Essig gemengt ; dann nehmen sie ganz dünne Blätter
reinsten Rothkupfers, streichen diese Verbindung darauf,
an beiden Seiten, und legen sie in’s Feuer. Wenn sie weiss-
glühen, nehmen sie dieselben wieder heraus und löschen und
waschen sie in der nämlichen Mischung und setzen das solange
fort, bis diese Mischung das Kupfer durchfressen und dasselbe
dadurch sowohl Gewicht als Farbe des genannten Goldes ange-
nommen hat. Dieses Gold taugt zu jeglicher Arbeit.

Schön wenn man über sowas stolpert in den Recherchen…

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