Kupfer patinieren

Nachdem mich meine erste Goldschmiedearbeit – aus Kupfer – nicht ganz überzeugt hat, einerseits weil der Kupferring nach fünf Stunden Arbeit ganz simpel aussah, andererseits grüne Spuren auf dem Finger hinterließ hab ich mich mal über Oberflächenbehandlung bzw. patinieren schlau gemacht.

Tipps im Internet wie “legs einfach in Essigessenz, wird schön grün” haben mich nicht ganz überzeugt, das gibt nämlich Grünspan (Kupfer(II) Acetat) – wasserlöslich und giftig. Mir schwebte eher so eine dunkle bis blaugrüne Patina vor (Blaugrüne Malachitfarbe.., wenn ich es richtig im Kopf hab).

Auf meiner Suche stieß ich auf das deutsche Kupferinstitut – und dieses Pdf:

http://www.kupferinstitut.de/front_frame/pdf/chemische-Faerbungen.pdf

Damit war mal der Weg da – auch zu anderen Kupferfarben. Die nächste Hürde war – wo findet man die notwendigen chemischen Substanzen. Meine Apothekerin ist zwar schon Kummer gewohnt – bei diesen Wünschen kamen wir aber nicht zusammen. Obwohl ich mich eher auf die ungiftigeren Varianten konzentrierte – schließlich will ich das Ding ja auch tragen. Sie gab mir aber den nächsten entscheidenden Tipp: Neuber’s Enkel

http://www.neubers-enkel.at/

Günstig für mich gelegen und alles vorrätig was man für solche Versuche braucht.

Die ersten Versuche waren bereits erfolgreich, hier noch ein paar Tipps:

Ich habe mit Kupfer(II) Nitrat und Wasserstoffperoxid gearbeitet. Auch das frei erhältliche 3%ige Peroxid würde schon reichen. Die erste Schicht bringt, wenn man sie gut trocknen lässt, ein vollständiges Hellblau. Durchs Einbrennen wird die Schicht dann schön dunkelbraun bis schwarz. Aber: mit den nächsten Schichten ist es sehr schwierig bis fast unmöglich eine gleichmäßige blaue Schicht zu erzeugen, es verklumpt leicht sprich kristalisiert ungleichmäßig aus. Vielleicht krieg ich das mit den nächsten Versuchen besser hin.

Nächste Erkenntnis: Patina – selbst die dunkle somit erzeugte – ist auch nicht wirklich abriebfest. Zwar kommt es jetzt zu keinen grünen Streifen am Finger mehr – aber dafür einen dunklen.

Die Lösung dafür heißt wiederum: lackieren. Aber nicht mit Nagellack (hab ich ausprobiert – hält nicht). Zaponlack soll die Lösung sein…hm, die erste Lackierung hab ich bei dem kleinen Ring verpfuscht. Zu wenig geschüttelt das Spray, zu dicht dran – gibt Tropfen.  Beim abbeizen auch die blauen Stellen und einen Teil der Patina entfernt, dann wieder versucht eine schöne Schicht zu erzeugen, nicht ganz gelungen – aber seht euch einfach die Bilder an – mir gefällt es jetzt, die unterschiedlichen Patinaschichten und Reste von Blau. Was ich noch nicht probiert hab (vielleicht beim nächsten Stück) ist lackieren, dann noch mal durch den Lack bis aufs Kupfer runter zu ritzen um exakte Muster zu kriegen, diese Stellen dann nochmal behandeln und so hervorzuheben.

Update: eine noch haltbarere Alternative sollen sog. Nano-Lacke ergeben, die es auch als 2-Komponenten-System gibt, also so ähnlich wie Epoxy. Das hab ich aber noch nicht ausprobiert.

2 Gedanken zu „Kupfer patinieren“

  1. Hallo Markus,
    ein interessantes Resultat hast du da erzielt. Ich habe nun vor, zwei große Stangen (25x55x800mm) für ein Tischbauprojekt interessant altern zu lassen. Hältst du deine Verfahrensweise auch hierfür geeignet? Ich würde dabei gerne noch ein paar mehr grüne/blaue Flecken erzeugen. Ich freue mich auf deinen Rat. Vielen Dank.
    Martin

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