Holz

Man kann ohne Übertreibung sagen: Holz ist mein Lieblingsmaterial. Die HerausforderungHermes, Torso liegt darin die Maserung vorteilhaft herauszuholen, und wer einmal ein schön glatt poliertes Stück Holz in der Hand gehalten hat weiß wovon ich spreche. Wenn es ein Gebrauchsgegenstand ist soll es natürlich auch funktional sein.

HolzbeschaffungWebschiffchen, Zwetschkenholz

Ich hab vor einigen Jahren schon begonnen interessantes Holz einzulagern. Das geht von Obstbäumen über Eibenwurzelstöcke zu einigen sehr interessanten Goldregenstücken. Gut abgelegenes Holz ist eine der wichtigsten Voraussetzungen. Quelle: teils einfach aus dem Garten, aber es reicht auch wenn man die Augen offenhält wenn in der Umgebung Hecken oder Bäume beschnitten werden. Fragen kostet nichts. Ganz wichtig ist die Frage wo man eigentlich hinwill: für Möbel oder Bögen braucht man eher lange, gleichmäßige Stücke. Für Messergriffe oder Ähnliches sind verwachsene Ast oder Wurzelstücke ob der starken Maserung ideal.

Lagerung

Dann kühl und trocken einlagern und warten. Leichte Risse beim Trocknen stören wenig: entweder man arbeitet sie einfach ein, oder man füllt sie mit Holz- oder Stein-Inlays. Geduld muss man allerdings mitbringen – ein bis zwei Jahre sind je nach Holzdicke keine Seltenheit, ganze Baumstämme brauchen noch mehr. Wichtig: so bald wie möglich die Rinde entfernen, dort sind oft Schädlinge versteckt. Man sollte auch zeitweise auf Holzwürmer etc. kontrollieren (Holzstaub unter den Holzstücken) – dieses Holz dann entsorgen oder schnell verarbeiten bevor der Rest infiziert ist.

Bei meinem Wohnzimmertisch hab ich allerdings die Wurmlöcher in Kauf genommen und einfach verfüllt – man kriegt nicht alle Tage einige Balken 100 Jahre altes staubtrockenes Lärchenholz aus einem Dachbodenausbau in die Finger. Den groben Zuschnitt auf dicke Bretter hat mir hier eine Tischlerei erledigt, sowas geht mit meiner kleinen Werkstatt einfach nicht richtig.

Keltischer Drache, Anhänger, Eibe

 

Schnitt

Schneiden erfolgt einerseits mit dem Fuchsschwanz (für grobe Schnitte), andererseits habe ich eine Halterung für die Stichsäge die mir gerade Schnitte ermöglicht. Für große Stücke kontaktiere ich auch mal eine Tischlerei. Nach dem groben Zuschnitt hole bringe ich das Werkstück mit der Raspel in Form. Für feine Arbeiten kann es auch eine dünne Feile, rund oder gerade sein. Immer praktisch ist auch ein Bohrmaschinenständer für exakte Bohrungen. Dazu dann noch ein paar kleine Schnitzmesser und Stemmeisen wenn ich etwas aushöhlen will. Bär, Zuni-Motiv, Bolo-Tie, Eibe, inzw. stark nachgedunkelt

 

Je nach Anforderung kann dann auch mal ein Dremel mit Fräsaufsatz gröber oder feiner zum Einsatz kommen.

Schleifen

Am Ende wird geschliffen. Ich benutze Körnungen von 60, 120, 240, 600 und 800 (je höher die Zahl desto feiner das Papier). Mehr als 800 macht bei Holz nicht viel Sinn, nach dem letzten Schliff mit 800er Papier mache ich meistens noch mit 000er Stahlwolle weiter. Da ist das Holz dann wirklich spiegelblank. Und liegt auch dementsprechend in der Hand.

Siehe auch meine Messergriffe, da ist das wörtlich zu nehmen… Nussbaum, Scheiben 12 Jahre gelagert

 

Oberflächenbehandlung

Zur Versiegelung/Endbehandlung nehme ich entweder Leinöl-Firnis und/oder Hartwachs. Damit ist auch gegeben das sich das Holz nicht gleich wirft wenn es nass werden sollte. Leinöl hat allerdings einen Nachteil: der Geruch hält sich jahrelang. Manche Stücke beize ich vorher noch, meistens um den Effekt der Maserung zu verstärken. Lacke finde ich – bei meinen Arbeiten – nicht so ideal: das Holz kann nicht atmen, und gerade bei Griffen besteht Gefahr das der Lack mit der Zeit absplittert.

Drechseln

Daran hab ich mich bislang noch nicht herangetraut, das wird im Laufe dieses Jahres aber noch kommen, es harren noch 3 dicke Nussbaum-Scheiben zuhause darauf eine Schale oder Teller zu werden – wenn’s gelingt.

Schnitzen

Inzwischen habe ich mir auch mehrere Schnitzmesser besorgt, darunter auch ein sog. Löffelmesser. Hier ein paar Beispiele was man damit anfangen kann:

Links:

2 Gedanken zu „Holz“

  1. ich weiß ja nicht von wann dein Schreiben ist; da ich aber mit Marschenbodenhölzern (Kirsche Apfel und so) experimentiere
    möchte ich gerne mit dir in Kontakt treten.
    Ist das okay ?

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